Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gedacht: Mein erstes Barcamp – Inhaltsstarke, institutionalisierte Konferenzpause mit Klassenfahrtcharakter

Nachdem ich schon seit einigen Jahren begeisterte Berichte über das Konferenzformat “Barcamp” gehört habe (und es trotzdem nicht wirklich einordnen konnte), habe ich am Wochenende die vermutlich einzige Option gezogen, um wirklich zu verstehen, was auf einem Barcamp passiert: Hingehen.

Das Barcamp Nürnberg fand bereits zum vierten Mal statt. In großzügigen Räumlichkeiten mit guter Konferenztechnik, Diskussions- und Chill-Out-Bereichen und freiem Essen und Getränken diskutierten 300 Interessierte über… Ja, über was eigentlich? Weder das Format, noch die Organisatoren haben Themen vorgegeben. Worüber diskutiert wurde, haben alleine die Besucher festgelegt. Spontan.

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp ist ein Treffen interessierter und aufgeschlossener Menschen von 1 bis 60+ (mit gefühltem Schwerpunkt von 30 bis 50). Eine hohe IT-Affinität ist bei den Besuchern zu spüren, aber durchaus keine Voraussetzung. Der typische Barcamp-Besucher ist interessiert und hat relevantes zu sagen. Detailorganisation ist crowdgesourced, abgestimmt wird mit den Füßen.

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp ist eine Konferenz mit Vorträgen und Diskussionsrunden zu Themen aus dem Bereich der IT-Entwicklung, Social Media, Projektmanagement, Teambildung, Sport, Arbeitsorganisation der Zukunft und einfach allem, worüber die Teilnehmer sprechen können und wollen. Die Vorträge werden dabei nicht im Vorfeld geplant und abgestimmt, sondern zu Beginn jedes Tages pitchen die potentiellen Redner ihre Themenvorschläge vor dem Plenum. Interessieren sich Teilnehmer für das Thema, dann findet eine “Session” dazu statt. Wenn nicht, dann nicht.
Der Charakter der Sessions schwankt zwischen Vortrag und offener Diskussionsrunde, wobei Zwischenfragen, Anmerkungen und Ergänzungen seitens der Teilnehmer nicht nur streng erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht ist. Weiß ein Teilnehmer zum Thema mehr als derjenige, der die Session angeboten hat, dann kann (und soll) der die Session an sich reißen. Und wenn die Session weniger Relevanz hat als gedacht, dann geht man halt wieder.

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp ist ein modernes Klassentreffen mit Partys, Bier bzw. Club-Mate und Geschäftsideen. Abseits von klassischen Unternehmensstrukturen ist hier in einer Art institutionalisierter Konferenzpause freier Informations- und Ideenaustausch möglich. Der Do-It-Yourself/Underground-charakter des Formats erinnert dabei an andere Subkulturtreffen, wie beispielsweise den Demoszene-Partys.
Als Teilnehmer bekommt man viele neue Anregungen – oft auch und gerade in Bereichen, in denen man glaubte, sich auszukennen. In Stress-freier Atmosphäre bietet sich auch die Gelegenheit, eigene Ideen zu diskutieren und neutrales Feedback zu bekommen.

Wer sich auf den Subkultur-Charakter des Barcamps einlässt, der erlebt ein sehr interessantes Wochenende, von dem man lange zehren kann. Das Barcamp Nürnberg hat meine Lust auf mehr geweckt, denn auch als Neueinsteiger fühlt man sich schnell heimisch. Schaut doch auch mal vorbei!

Kleiner Tipp, um Kulturschock vorzubeugen: Ihr solltet wissen, was Twitter ist, und wie man es benutzt, denn ein großer Teil der Kommunikation erfolgt über Twitter – allerdings nicht als Ersatz, sondern immer als Ergänzung der ausführlichen und interessanten, persönlichen Gespräche.

Bis zum nächsten Barcamp!

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3 Antworten auf “Gedacht: Mein erstes Barcamp – Inhaltsstarke, institutionalisierte Konferenzpause mit Klassenfahrtcharakter”


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