Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gespielt: Bone Gold – puzzige Point&Click-Abenteuer mit Knochenwesen und Drachen

      1. Der Bericht zum Anhören, gesprochen von Gisa von Delft


Fone Bone, Phoney Bone und Smily Bone sind putzige kleine Kerle, die wie überdimensionale Knochen aussehen. Fone Bone ist der ernsthafteste und freundlichste der drei Vettern. Smily Bone ist ein wenig durchgeknallt, nicht eben der Hellste und macht gerne Musik. Phoney Bone ist ein griesgrämiger Geizkragen, der stets um seinen eigenen Vorteil bedacht ist und auch vor windigen Geschäften nicht zurückschreckt. Sein letzter Clou ist allerdings gründlich schief gegangen. Er – und seine beiden Vettern gleich mit – wurden aus ihrer Heimat Boneville verjagt und so irren die drei orientierungslos durch die Wüste.

Als sie durch eine Stampede getrennt werden, streift Fone erstmal alleine durch das angrenzende Tal und trifft auf viele skurile Charaktere. Sei es die plapperhafte Schabe Ted mit ihrem wirklich großen Bruder, ein paar Opossumkinder oder ein Drache – die meisten helfen ihm auf seiner Suche nach den Vettern. Leider gibt es auch weniger hilfsbereite Zeitgenossen: Eine Schar Rattenmonster will Fone zu Quiche verarbeiten und macht im weiteren Verlauf das Haus von Freunden dem Erdboden gleich. Dahinter steckt scheinbar ein seltsamer Mann in dunkler Robe, der den Bone aus irgendeinem Grund in die Hände bekommen will…

Das hat Folgen!

Ein Drache wacht über die Bones

Ein Drache wacht über die Bones

Bone leitet eine neue Ära im Adventure-Geschäft ein – statt einem großen Spiel erscheint Bone in mehreren einzelnen Episoden. Das bringt den Entwicklern den Vorteil eines geringeren finanziellen Risikos und den Spielern viele kleine, gut verdauliche Spielhappen. Statt tagelang an einem Spiel zu hängen, kann man bei Bone ein Kapitel an ein bis zwei Abenden durchspielen. Das ist gleichzeitig aber leider auch der größte Nachteil: Die Episoden sind extrem kurz. Dazu kommt, dass bisher nur zwei Episoden erschienen sind, weil die Entwickler zwischenzeitlich an der Sam & Max-Serie gearbeitet haben. Mit „Bone Gold“ hat der Publisher bhv nun diese beiden Episoden in eine Box gepackt und auf den deutschen Markt gebracht.

In „Flucht aus Boneville“ gelangen die Bones in ein schönes Tal, das mehrere dunkle Geheimnisse hat. Während man diese Geheimnisse ergründet kommt man kommt man durch viele atmosphärische Orte, findet Gegenstände und trifft andere Wesen. Einen großen Teil des Spiels machen die vielfältigen Gespräche aus, die viel zur Stimmung beitragen. Die Rätsel sind auf eher einfachem Niveau und werden durch diverse Minispiele aufgelockert, die aber teilweise das Ende lediglich hinauszögern.

„Das große Kuhrennen“ bringt die Bones in die Stadt Barrelhaven und an viele neue Orte. Während man im ersten Teil die Vettern nur nacheinander steuern konnte, so spielt die Handlung in der zweiten Episode parallel und man kann beliebig zwischen den Bones hin- und herschalten. Die neuen Charaktere sind wie gewohnt sehr geschwätzig, dafür sind die Rätsel etwas anspruchsvoller und die Spielzeit etwas länger.

Alles in 3D

Phoney Bone und Smily Bone wollen beim "großen Kuhrennen" ein wenig nachhelfen...

Phoney Bone und Smily Bone wollen beim "großen Kuhrennen" ein wenig nachhelfen...

Grafisch setzt Bone das traditionelle Point-and-Click-System sehr gut in eine 3d-Welt um. Alle Hintergründe, Charaktere und Gegenstände sind in drei Dimensionen gehalten. Dabei bleibt das Spiel aber stets übersichtlich. Die Schauplätze sind liebevoll gestaltet. Man vermisst allerdings ein paar mehr Details und die Grafikengine bleibt weit hinter den technischen Möglichkeiten zurück.

Die Soundeffekte sind zahlreich, die Musik hält sich angenehm im Hintergrund und unterstreicht gekonnt die Atmosphäre. Auch die Sprache ist gut gelungen – bhv konnte für die Hauptcharaktere zudem bekannte Sprecher verpflichten, die als „Homer Simpson“, „George Stobbart“ oder „Guybrush Threepwood“ vielen Spielern bekannt sein sollten.

Das Benutzerinterface ist sehr einfach gehalten: Meistens reicht ein Linksklick auf ein Objekt um die sinnvollste der vier Aktionen „Gehen“, „Schauen“, „Benutzen“ und „Reden“ auszulösen. Nur in Ausnahmefällen muss man die Aktion durch einen Rechtsklick wechseln. Auch durch diese simple Bedienung bleibt der Schwierigkeitsgrad stets auf Einsteiger-Niveau. Ärgerlich sind nur gelegentlich auftauchende Bugs, die aber eher skuril sind und den Spielablauf nur wenig stören.

Fazit

Grafik, Sound und Geschichte bleiben trotz gelegentlicher bedrohlicher Szenen kindgerecht, sodass „Bone Gold“ ein Spiel für die ganze Familie ist. Hardcore-Adventure-Fans sind woanders besser aufgehoben – für alle anderen ist „Bone Gold“ allemal einen Blick wert.

Dieser Bericht erschien ursprünglich auf SF-Radio.net.

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