Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gespielt: Command and Conquer 3 – Ein moderner Klassiker der Echtzeitstrategie

      1. Der Bericht zum Anhören

Wir schreiben das Jahr 2047. Die Menschheit hat sich vom letzten Tiberiumkrieg erholt, die Erde selbst aber weniger. Das Tiberium – ein wertvolles, aber giftiges Mineral außerirdischen Ursprungs – hat sich in weiten Teilen der Welt verteilt. Nur noch in wenigen so genannten blauen Zonen ist ein unbeschwertes Leben möglich. Die gelben Zonen sind durch die vergangenen Kriege stark in Mitleidenschaft gezogen und leiden unter der Tiberiumverseuchung. In den roten Zonen schließlich ist menschliches Leben nicht mehr möglich.

Die wenigen sicheren Gebiete werden durch die Globale Defensiv Initiative (kurz GDI) bewacht und versorgt. Die wird eines Tages von neuen Angriffen der Bruderschaft von NOD überrascht. Der Tod geglaubte wahnsinnige Anführer Kane ist wieder da und möchte das Tiberium auf der ganzen Erde verbreiten.

Spieleveteranen werden sich in der GDI-Basis sofort heimisch fühlen

Spieleveteranen werden sich in der GDI-Basis sofort heimisch fühlen

Die GDI muss das natürlich verhindern. Seit dem letzten Krieg hat sich allerdings viel geändert. Die GDI steht jetzt unter ziviler Führung – und da Zivilisten bekanntermaßen von Krieg nicht viel Ahnung haben, erteilt der Direktor der GDI einen folgenschweren Befehl: Ein satellitengestützter Angriff der GDI auf eine Tiberiumwaffenfabrik von NOD kostet Millionen Menschen das Leben und lockt feindliche Außerirdische auf die Erde. Die Scrin sind Insektenwesen, für die Tiberium die Lebensgrundlage darstellt. Ob sie wohl das Tiberium auf die Erde gebracht haben?

Wie in guten alten Zeiten

Command & Conquer ist zurück – und es ist so, als wäre es nie weg gewesen. Schon in der ersten Mission stellt sich das vertraute Spielgefühl wieder ein: Man errichtet einen Bauhof, baut mit dessen Hilfe weitere Gebäude wie Kaserne, Waffenfabrik oder Forschungszentrum und produziert Einheiten. Neben einigen alten Bekannten wie Infanteristen und Panzern sind auch neue Einheiten dazu gekommen. Besonders praktisch sind z. B. die mobilen, vorgeschobenen Basen der GDI, die direkt an der Front Fahrzeuge reparieren oder Gebäude wie Waffentürme errichten können. Leider haben die Einheiten nicht sonderlich viel dazu gelernt und fahren und laufen mitunter recht kopflos durch die Gegend. Vor allem die Ernter, die das begehrte Tiberium einsammeln, fahren gerne auch mal direkt durch die gegnerische Basis.

In den Realfilmszenen spielen diesmal auch bekannte Schauspieler mit (im Bild: Grace Park)

In den Realfilmszenen spielen diesmal auch bekannte Schauspieler mit (im Bild: Grace Park)

Die Missionen sind durchaus abwechslungsreich, auch wenn man das meiste schon einmal gesehen hat. Mal muss man den eigenen Stützpunkt verteidigen, bis Verstärkung eintrifft, mal muss man Einheiten zum Zielgebiet eskortieren – und meistens muss man bestimmte gegnerische Gebäude oder gleich den ganzen Stützpunkt abreißen. Wer mag, kann dabei auch noch einige Sekundärziele erfüllen und erhält dafür zusätzliche Hintergrundinformationen.
Die Geschichte der vorherigen Teile wird spannend weitergeführt und wie gewohnt durch Realfilm-Zwischensequenzen weiter erzählt. Hierfür konnten sogar bekannte Schauspieler gewonnen werden, wie Michael Ironside aus Starship Troopers, Billy Dee Williams bekannt als Lando aus Star Wars, Josh Holloway aus Lost oder Tricia Helfer, die uns in Battlestar Galactica die Number 6 gibt.
Auch qualitativ haben sich die Sequenzen weiter entwickelt, die Zahl der Schauplätze ist allerdings sehr begrenzt – da hatten die Vorgänger schonmal mehr geboten.

Ab 18?

Ein Ärgernis für viele Kunden der deutschen Command & Conquer-Versionen waren seit dem ersten Teil starke Änderungen in der Missionshandlung. So laufen in der deutschen Fassung von „Der Tiberium-Konflikt“ beispielweise Roboter durch das Bild, während es in der englischen Fassung menschliche Soldaten sind. Zusammen mit zum Teil übel angepassten Sprüchen (O-Ton aus Tiberian Sun: „Ich verliere Getriebeflüssigkeit!“) hat dies oft merkliche Auswirkungen auf die Spielatmosphäre. Beim neusten Teil der Serie bietet Electronic Arts als Novum mit der „Kane Edition“ eine unzensierte ab18-Version, in der Atombomben keine Aurorabomben sind und Selbstmordattentäter sich auch wirklich in die Luft sprengen.

Echtes 3d

Auch im neusten Teil der Serie ist militärische Übermacht oft das Mittel der Wahl

Auch im neusten Teil der Serie ist militärische Übermacht oft das Mittel der Wahl

Die Grafik wirkt auf den ersten Blick exakt wie bei „Tiberian Sun“, auf den zweiten Blick merkt man aber, was mit einer echten 3d-Engine alles möglich ist: Vielfältige Effekte, flüssige Animation, große Explosionen, dazu detaillierte Gebäude und Landschaften – kurz: ein Fest für die Sinne, das trotz allem immer übersichtlich bleibt.
Musik und Effekte tragen ihren Teil zur Atmosphäre bei und auch die Übersetzung ist gut gelungen. Hierbei ist allerdings klar die unzensierte „Kane Edition“ zu empfehlen, auch wenn die 5 Euro teurer ist.

Fazit

Command and Conquer 3: Tiberium Wars ist kein neuer Meilenstein des Genres, aber das Spiel setzt auf alte Tugenden, setzt diese mit aktueller Technik gekonnt um und entwickelt diese dabei behutsam weiter. Wer Echtzeitstrategie mag, sollte unbedingt mal einen Blick riskieren – und wem die Vorgänger gefallen haben, der kann eh blind zugreifen.

Dieser Bericht erschien ursprünglich auf SF-Radio.net.

Flattr this!

Tags: , , ,


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

Zuletzt gedacht

Kategorien