Dennis Pauler

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Gespielt: Perry Rhodan Adventure – mit dem Unsterblichen auf Spurensuche

      1. Der Bericht zum Anhören


Perry Rhodan hat in seinem Leben schon viel miterlebt. Seit bald 3000 Jahren wacht er über die Menschheit und tritt für Frieden in der ganzen Milchstraße ein. Doch auch in der fernen Zukunft lauern überall Gegner der Menschheit, die nur auf eine Gelegenheit warten, die Herrschaft über die Galaxis zu ergreifen.
Einer dieser Gegner sieht seine Stunde gekommen und greift die Solare Residenz an – den Regierungssitz der Liga freier Terraner.
Wie alle anderen, so wird auch Perry Rhodan – der unsterbliche Resident von Terra – von diesem Angriff überrascht. Er brennt darauf, näheres über die Umstände des Angriffs zu erfahren – denn die Angreifer haben seine Ex-Flamme Mondra Diamond entführt. Die Fürsorge seiner Freunde macht dem aber zunächst einen Strich durch die Rechnung: Sein alter Freund Reginald Bull hat als Residenzminister zu seiner eigenen Sicherheit eine Ausgangssperre über ihn verhängt.
Und so forscht Perry also im Verborgenen. Er erfährt Erstaunliches über eine von Mondra vorbereitete Ausstellung über das mythische Volk der engelsgleichen Illochim, wird Zeuge einer Verschwörung ihm nahestehender Menschen mit den Arkoniden und landet schließlich auf fremden Planeten, um dem Geheimnis der Illochim auf die Spur zu kommen.

Zu den Sternen!

Perry trifft auf allerlei bekannte Personen, wie beispielsweise Malcolm Daelion in seinem "fliegenden Sarg".

Perry trifft auf allerlei bekannte Personen, wie beispielsweise Malcolm Daelion in seinem "fliegenden Sarg".

Endlich! Endlich erwacht Perry Rhodan, der terranische Resident, der Ritter der Tiefe, der Erbe des Universums auch auf dem PC zum unsterblichen Leben. „Perry Rhodan – The Adventure“ ist zwar nicht das erste Spiel, das auf der großen Science-Fiction-Saga basiert, aber die vorherigen Versuche sind zurecht nur wenigen Spielern im Gedächtnis geblieben.
Im neuen Spiel steuert man Perry Rhodan selbst in bewährter Point-und-Klick-Manier durch allerlei bekannte Orte, wie die solare Residenz oder die Waringer-Akademie. Man trifft auch bekannte Weggefährten Rhodans, wie Reginald Bull, Mondra Diamond, Almo Martel – oder Malcolm Daelion in seinem „fliegenden Sarg“.

Die in bereits unzähligen Romanen beschriebene Welt erwacht glaubwürdig zum Leben, auch wenn die Welt sich an einigen Ecken offenkundig den Erfordernissen der Spielhandlung unterordnen musste.
Das Leben von Perry Rhodan scheint z. B. wesentlich weniger aufregend zu sein, als man es bislang angenommen hatte. So bestehen vor allem zu Beginn viele Rätsel hauptsächlich darin, immer wieder von einem Ende der Residenz zum anderen zu laufen. Da die Steuerung dem Spieler bei jedem Gegenstand genau eine, nämlich die einzig mögliche, Aktion vorschlägt, ist die Komplexität der Rätsel auch meist nicht sonderlich hoch. Erfreulicherweise sind die Rätsel zum großen Teil logisch – von einigen unrühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen. Gelegentliche Logik-Puzzles sorgen für Abwechslung, unterbrechen aber manchmal auch den Spielfluss.

Sterile Schönheit

Die Ausstellung über die Illochim birgt viele Geheimnisse.

Die Ausstellung über die Illochim birgt viele Geheimnisse.

Grafisch ist die Geschichte beeindruckend in Szene gesetzt. Detaillierte Render-Grafiken und 3d-Charaktere lassen die Welt mit vielen Details lebendig werden. Allerdings sind die Grafiken recht steril, die Charaktere gehen steif und haben den starren Blick eines Drogen-abhängigen. Eine Ausnahme bildet da Perry selbst. Der hat zwar auch einen starren Blick, scheint aber auf seine alten Tage zu viel Kaffee getrunken zu haben. Er zappelt beim Stehen und Sprechen derart durch die Gegend, dass einem beim Zusehen beinahe schwindlig wird.
Die Gegenstände im Spiel sind nicht immer einfach zu identifizieren, zumal auch beim Drüberfahren mit der Maus keine Bezeichnung angezeigt wird. Glücklicherweise hat man die Möglichkeit, sich alle Bildschirmbereiche, mit denen man interagieren kann, anzeigen zu lassen – und das muss man auch immer wieder machen.
Musik und Effekte halten sich sehr im Hintergrund, stören aber zumindest nicht. Die Sprecher passen gut zu den Charakteren, bei der Regie gibt es aber noch Verbesserungsbedarf – zum Teil betonen die Charaktere Sätze so unterschiedlich, dass sie nicht richtig in den Dialog passen.
Ein wenig schade ist, dass das Spiel die im Intro geweckten Erwartungen im weiteren Verlauf nicht mehr erfüllen kann – denn im Intro bekommt man etwas geboten, dass einem Perry-Rhodan-Film zur Ehre gereichen würde.

Fazit

Perry Rhodan – The Adventure erzählt eine spannende Geschichte, die vom Perry-Rhodan-Exposéautor Robert Feldhoff geschrieben wurde. Die Rätsel sind mehr ein Vehikel um die Geschichte voranzubringen als eine große Herausforderung, wissen aber größtenteils ebenfalls zu unterhalten. Ein wenig getrübt wird der Spielspaß durch einige unnötige Macken: Neben der bereits erwähnten steifen Grafik stören gelegentliche Clipping-Fehler. Außerdem zeigt sich bei Perry ein weiterer Tribut an sein Alter: Wiederholt man eine Aktion, so erzählt er wieder und wieder das gleiche, auch wenn der Text nur beim ersten Mal Sinn gemacht hatte.
Doch trotz allem strahlt das Spiel eine Faszination aus. Perry Rhodan-Fans erhalten hier die Möglichkeit, die Charaktere aus den Romanen von einer anderen Seite kennen zu lernen – und auch Neueinsteiger werden durch viele Hintergrundinformationen nicht abgeschreckt.
Wer Spaß an Science-Fiction-Adventures hat, sollte unbedingt einmal reinschauen. Und für Perry Rhodan-Fans ist der Kauf sowieso Pflicht.

Dieser Bericht erschien ursprünglich auf SF-Radio.net.

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