Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gespielt: Redneck Kentucky and the Next Generation Chickens – größenwahnsinnige Hühnerballerei

Die Hühner sind los! Und dabei wollte Redneck Kentucky sich doch eigentlich nur einen ruhigen Tag auf seinem Hof machen. Aber die Hühner lassen ihm keine Ruhe – sie fliegen durch die Luft, laufen durch die Gegend und legen gelegentlich Eier. Ein solch schändliches Verhalten darf natürlich nicht ungesühnt bleiben und so beschließt Redneck Kentucky, hart durchzugreifen – mit seiner abgesägten Schrotflinte!

Ohne viel Federlesen…

Als Redneck Kentucky ist es Eure Aufgabe, auf Eurem Hof und in der Umgebung wieder für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei bewegt Ihr Euch zunächst zwischen Hühnerstall und Maisfeld, holt Hühner vom Himmel oder verarbeitet auf dem Boden scharrendes Federvieh zu Frikassee. Gelegentlich herumliegendes Dynamit verhilft zu besonderen Knalleffekten und mit Scharfschützengewehr, Minigun oder Raketenwerfer geht die Jagd noch besser von der Hand. Dabei sollte man sich nur vor den „fliegenden Kartoffeln des Todes“ in Acht nehmen, mit denen manche Hühner den Redneck bewerfen.

Für jedes Huhn erhält man eine Punktzahl, die umso höher ist, je weiter das Huhn entfernt war. Von Zeit zu Zeit lassen die Hühner beim Ableben Eier fallen, die Bonuspunkte geben – vorausgesetzt, die „unheilige Allianz“ (Originalzitat aus der Produktbeschreibung des Herstellers) aus Murmeltieren, Igeln und Fledermäusen ist nicht schneller beim Aufsammeln. Als weitere Hilfe geben Extra-Eier zusätzliche Fähigkeiten oder erhöhen die zu erbeutende Punktzahl.

Nur ein totes Huhn ist ein gutes Huhn

Nur ein totes Huhn ist ein gutes Huhn

Erzielt man innerhalb eines Zeitlimits genügend Punkte, so kann man anschließend auch den Hof des Nachbarn, den Friedhof, das Silo, den Hühnerstall und das Kornfeld aufräumen.

Öde an die Langeweile

Wer der Meinung ist, dass das Ganze bis hierher ja noch ganz nett klingt, den muss ich leider enttäuschen: Die Hühnerhatz ist derart stupide, dass einfach kein Langzeitspielspaß aufkommen mag. Ein paar Minuten lang ist man zwar damit beschäftigt, die Spielumgebung zu erforschen – hat man alles gesehen, stellt sich aber schnell Langeweile ein. Zudem kommen die Hühner in einer solchen Schar, dass man ihnen kaum Herr wird. Die leicht schwammige Steuerung erschwert die Jagd zusätzlich, sodass es äußerst mühsam ist, sein Punktekonto mit der geforderten Zahl an Punkten aufzufüllen. Und der „Bullet-Time“-Effekt gewinnt einen Sonderpreis für das lächerlichste Extra in einem Low-Budget-Spiel…

Technik, die (nicht) begeistert

Bullet-Time!

Bullet-Time!

Das Spiel prahlt damit, auf der Unreal-Engine zu basieren – zum Glück wurde nicht angegeben, auf welcher Version der Engine… Sowohl die Umgebung als auch die Figuren hat man schon vor fünf Jahren besser gesehen und da die Spielareale recht klein sind, ist auch von Abwechslung kaum etwas zu bemerken.

Die Musik bleibt unaufdringlich, dafür nerven die ständig gleichen Soundeffekte. Die Stimme des Sprechers, der gelegentliche Anweisungen gibt, ist schließlich derart selbstironisch, dass man nur annehmen kann, dass ihm der Job selbst peinlich war.

Fazit

„Redneck Kentucky and the Next Generation Chickens“ versucht auf der „Moorhuhn“-Welle mitzureiten und bemerkt dabei nicht, dass die schon vor vielen Jahren im Sande verlaufen ist. Wer hierfür Geld ausgibt, war zu faul im Internet nach guten kostenlosen Spielen zu suchen. Immerhin ein Lichtblick: Wenn man sich auf der Seite des Herstellers registriert,erhält man ein Passwort, um den Arkanoid-Klon „BreakQuest“ aus dem gleichen Haus installieren zu können.

Ach ja: Wer bei diesem Spiel ernsthaft den LAN-Multiplayer-Modus ausprobiert, der muss echt lebensmüde sein…

Dieser Bericht erschien ursprünglich auf SF-Radio.net.

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