Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gespielt: Runaway – Abenteuer auf der Flucht

      1. Der Bericht zum Anhören


Eigentlich wollte Brian Basco ja nur schnell ein Buch in der Bibliothek abholen und dann seine Doktorandenstelle an der Berkeley-Universität antreten. Doch wie so oft kommt es anders: Auf dem Weg zur Bücherei rennt ihm eine gut gebaute junge Frau namens Gina Timmins vor’s Auto. Er begleitet sie ins Krankenhaus und muss schnell feststellen, dass ein paar üble Gauner hinter ihr her sind – und jetzt auch hinter ihm. Und so bleibt den beiden erstmal nur wegzulaufen. Auf der Flucht tauchen immer wieder neue Fragen auf: Wer sind die Leute, die hinter Gina und Brian her sind? Was hat es mit dem Kruzifix auf sich, das Gina von ihrem Vater bekam? Gibt es Außerirdische? Und was ist das Geheimnis einer alten Grabstätte der Hopi Indiander?

It’s the characters!

Brian gerät von einer gefährlichen Situation in die nächste...

Brian gerät von einer gefährlichen Situation in die nächste...

Die Flucht führt Brian und Gina um die halbe Welt. Die Reise geht quer durch die USA, führt in eine Wüste und schließlich zur geheimnisvollen Grabstätte. Dabei treffen die beiden auf viele weitere gut ausgearbeitete Charaktere, die manchmal auch einen Auftrag oder einen Hinweis für Brian haben. Ein Highlight sind hierbei sicherlich drei Transvestiten, die mit ihrem Tour-Bus in der Wüste stecken geblieben sind und neben viel Spaß auch einiges an Action in das Spiel bringen. Dabei hält „Runaway“ die eine oder andere Überraschung parat – wer erwartet beispielsweise schon, in einer waschechten Westernstadt auf eine skurile Gemeinschaft aus einer Meister-Hackerin, einem Künstler und einem Tagträumer zu treffen?

Grafisch fügen sich die Charaktere – obwohl sie als 3d-Objekte erstellt wurden – sehr gut in die schön gezeichneten 2d-Hintergründe ein, sodass ihr 3d-Ursprung nur durch die guten Animationen auffällt. Diese sind sehr flüssig, wirken im Gegenzug aber manchmal ein wenig hölzern. Der Soundtrack passt gut zum Spielgeschehen und das Titelthema der Gruppe Liquor mit Gesang hat durchaus das Zeug zum Ohrwurm. Auch mit der Sprachausgabe hat sich der deutsche Distributor dtp viel Mühe gegeben: Die Sprecher sind professionell und sehr überzeugend.

Die exzentrischen Transvestiten sind eine große Hilfe

Die exzentrischen Transvestiten sind eine große Hilfe

Die Rätsel von Runaway sind größtenteils logisch und mit ein wenig Überlegung gut zu lösen. Etwas nervig sind nur manche sehr kleinen Objekte, nach denen man sehr genau suchen muss. Erschwert wird das zusätzlich dadurch, dass sich Gegenstände oft nur schlecht vom Hintergrund abheben. Zudem stellt die übermäßige Linearität des Spiels oft die Geduld des Adventure-Fans auf die Probe: So kann man manche Aktionen nur ausführen, wenn man vorher mit einer anderen Person gesprochen hat und einen Hinweis bekommen hat – ohne dass direkt ersichtlich wäre, warum das so ist. An mehreren Stellen im Spiel trifft Brian dazu auf „Container“, die zwar mehrere benötigte Gegenstände beinhalten, bei denen Brian aber immer nur den Gegenstand herauszieht, der gerade benötigt wird – auch ein Weg, die Spieldauer zu verlängern.

Fazit

Abgesehen davon macht Runaway sehr viel Spaß und ist ein Highlight für jeden Adventure-Fan – auch wenn Profis das Spiel problemlos an einem Wochenende durchspielen können. Auf jeden Fall wird man in dieser Zeit sehr gut unterhalten.

Dieser Bericht erschien ursprünglich auf SF-Radio.net.

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