Dennis Pauler

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Gespielt: Runaway 2 (Nintendo DS) – Schildkröten auf dem Handheld

Ein Adventure auf einer Konsole? Das gehört nach wie vor noch zu den Ausnahmeerscheinungen. Die Touchscreen-Steuerung des Nintendo DS bietet allerdings erstmals auch auf einer mobilen Konsole die Möglichkeit zum „Point and Click“.
Fast genau ein Jahr nach der PC-Version erschien „Runaway 2“ daher jetzt auch auf Nintendos Handheld. Das Spiel wurde dabei im Wesentlichen 1:1 umgesetzt – allerdings muss man einige massive Abstriche machen.

Punkt 1: Der Sound. Die Stimmen der Figuren sind dem begrenzten Speicherplatz auf einem DS-Modul zum Opfer gefallen und die Musikstücke sind so stark komprimiert worden, dass man störende Artefakte hört. Schade, da so ein Teil der Atmosphäre verloren geht.

Punkt 2: Die Grafik. Die Bildschirme des Nintendo DS können mit der Auflösung moderner PCs bei weitem nicht mithalten. Die Bilder werden deshalb im Spiel runterskaliert. Da dabei einige Details verloren gehen, leiden Übersicht und Ansehnlichkeit. Der zweite Bildschirm wird lediglich für das Inventar genutzt, sodass die verfügbare Fläche auf dem Hauptschirm durch Steuerelemente, Sprecherportraits und Texte weiter reduziert wird.

Auch auf dem DS wird geflirtet

Auch auf dem DS wird geflirtet

Punkt 3: Die Steuerung. Die Aufgabe der Maus übernimmt hier des Stylus. Das klappt recht gut, allerdings muss man per Tastendruck immer wieder den aktuellen Modus umschalten. Schwierig wird das Finden und Benutzen von Gegenständen durch das verkleinerte Bild – so hat man oft Mühe zu erkennen, was ein Gegenstand und was nur Hintergrund ist. Glücklicherweise bekommt man einige Hilfen an die Hand: Eine Lupenfunktion vergrößert Teile des Bildes, sodass man Details besser erkennen kann und durch eine Hotspotanzeige kann man einblenden, welche Gegenstände benutzt werden können.

All das ermöglicht es zwar, die Abenteuer von Brian auch auf dem DS zu verfolgen, aber die Umgehungslösungen lenken doch immer wieder von der Geschichte ab und machen es schwer, in die Welt von „Runaway 2“ abzutauchen. Wer schon immer mal auch unterwegs Rätsel lösen wollte und die Geschichte nicht schon auf dem großen Bildschirm miterlebt hat, für den ist „Runaway 2 DS“ sicher eine Anschaffung wert. Bleibt nur zu hoffen, dass zukünftige Adventures nicht nur versuchen, die Schwächen der mobilen Konsole zu umgehen, sondern sich aktiv seine Stärken zunutze machen – so, wie es andere Spiele auf dem DS vormachen.

Achja: Warum die PC-Version erst ab 12 Jahren freigegeben ist, die Nintendo DS-Version aber ohne Altersbeschränkung, das will sich mir nicht wirklich erschließen…

Dieser Bericht erschien ursprünglich auf SF-Radio.net.

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