Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gehört: Der Unendliche – Mystery-Horror zwischen den Zeiten

      1. Der Bericht zum Anhören


Wir befinden uns im finsteren Mittelalter. Die Inquisition hat die Gesellschaft fest im Griff. Junge Frauen werden als Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, Geständnisse über einen Pakt mit dem Teufel werden unter Folter erzwungen. In dieser Zeit lebt die freundliche und unbekümmerte Lee-Ann, die reichlich naiv nur an das Gute im Menschen glaubt.

Ihr Leben ändert sich jedoch bald, als sie den geheimnisvollen Gorga trifft. Dieser verfügt über geheimnisvolle Kräfte und hat Interesse an Lee-Ann gefunden. Nur wenig später wird sie aber ebenfalls wegen des Paktierens mit dem Teufel verhaftet und landet im Gefängnis…

Viele hundert Jahre später bereitet Katie alles für eine große Party vor. Wie schon im Jahr zuvor verbringt sie mit ihren Freunden ein Wochenende in einem einsamen Haus im Wald – oder hat dies zumindest vor. Sie trifft als erste mit ihren Einkäufen ein…
Doch die Party-Laune wird getrübt. Katie wird von seltsamen Träumen geplagt, in denen es um die mittelalterliche Inquisition und eine junge Frau namens Lee-Ann geht. Als sie dann auch noch von dem seltsamen Gorga entführt wird, der sich als Dämon ausgibt, nimmt der Horror Gestalt an.

„Der Unendliche“ ist ein neues Einzelhörspiel im Vertrieb von Pandoras Play. Mit viel Geschick wird hier eine Mystery-Horror-Geschichte aus mehreren Handlungsfäden gewebt. Ist man zu Beginn noch etwas verwirrt über die ständigen Zeitsprünge, so beginnt sich bald ein Gesamtbild herauszukristalisieren. Der Dämon Gorga hat ein Mittel gegen seine Langeweile gefunden: Es spielt mit Menschen, die dies meist mit sich geschehen lassen. Doch manchmal muss sich selbst ein Dämon geschlagen geben.

Das Hörspiel ist von der ersten Minute an auf hohem technischen Niveau. Atmosphärische Musik und zahlreiche Geräusche unterstützen die geheimnisvolle Handlung. Die Sprecher machen ihre Sache gut, auch wenn einige Nebendarsteller etwas farblos bleiben. Dies macht Martin Sabel als Gorga jedoch spielend wieder wett – denn er spricht derart überzeugend, dass man ihm den Dämonen problemlos abkauft.

Das Hörspiel hat eine Spieldauer von 150 Minuten. Das ist auf der einen Seite gut, denn so bekommt man viel Hörspiel für sein Geld. Auf der anderen Seite entstehen dadurch einige Längen – hier hätte man sicher noch etwas kürzen können. Die Geschichte bleibt jedoch zu jeder Zeit spannend genug, um den Hörer bei der Stange zu halten – und der wird für das Durchhalten auch mit einem halbwegs versöhnlichen Ende belohnt.

„Der Unendliche“ ist nichts für Leute mit schwachen Nerven – wer aber Spaß an verzwickter Handlung mit kräftigem Mystery und Horror-Einschlag hat, der sollte einmal ein Ohr riskieren…

Dieser Bericht erschien ursprünglich bei SF-Radio.net.

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