Dennis Pauler

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Gedacht: Legenden der Karibik – Hintergründe zu „Fluch der Karibik 2“

      1. Der Bericht zum Anhören, gesprochen von Gisa von Delft


Davy Jones ist der Schrecken der Seefahrt. Denn der Bösewicht aus „Fluch der Karibik 2“ ist nicht nur das Sinnbild für den Teufel der Meere, er ist auch der Kapitän des fliegenden Holländers und hat die Macht über den Kraken. Damit kombinieren die Macher gleich drei der finstersten und ältesten Seemannsgeschichten.

Davy Jones macht schon lange die Meere unsicher. Einst selbst ein Pirat verfluchte er bei einer langen Flaute sein Schiff, seine Mannschaft uns sich selbst und ist nun dazu verdammt, für alle Ewigkeiten die Weltmeere zu befahren. Der Legende nach lebt er auf dem Meeresgrund. Darauf basiert das englische Sprichwort „sending somebody to Davy Jones‘ locker“ – übersetzt in etwa: Jemanden in den Schrank von Davy Jones verfrachten. Mit „Davy Jones‘ Locker“ ist hier der Meeresboden gemeint; die Redewendung ist also eine euphemistische Umschreibung für den Tod auf hoher See. Durch sein Leben unter Wasser wurde Davy Jones zudem zu einer Mischung aus Mensch und Krake und hat Tentakel anstelle von Barthaaren.
Die Legende erzählt außerdem, dass Davy Jones vor dem Tod stehenden Seeleuten die Möglichkeit gibt, dem Tod zu entfliehen. Dafür müssen sie ihm aber 100 Jahre lang zu Diensten stehen.

Der fliegende Holländer ist gleich in mehreren Legenden und Erzählungen zu finden, die sich zum Teil erheblich unterscheiden. Allen gemeinsam ist, dass das Schiff ein Geisterschiff ist, das niemals nach Hause zurückkehren darf und dazu verdammt ist, die sieben Weltmeere auf immer und ewig zu durchkreuzen. Für gewöhnlich wird das Schiff schon von weitem in einem gespenstischen Glühen entdeckt und bedeutet für die sichtende Crew den baldigen Untergang.
Worauf die Legende genau zurückgeht ist unklar – Fakt ist jedoch, dass Seuchen und Skorbut in früheren Zeit dazu führten, dass ganze Schiffsbesatzungen auf der Reise starben und das Schiff fortan die Reise ewig fortführte. Selbst wenn Teile der Besatzung eine Seuche überlebten war ihnen in der Regel das an Land gehen aus Angst vor Ansteckung untersagt, sodass die betroffen Mannschaften niemals nach Hause zurück kehren konnten. An Bord befindliche Leichen und die Tatsache, dass Schiffe versinken und später wieder auftauchen konnten wird Mannschaften die ein solches Schiff erblickten, in Angst und Schrecken versetzt haben. Der Effekt des wieder Auftauchens kann dabei z. B. dadurch entstehen, dass sich wasserlösliche Ladung verflüchtigt und der Auftrieb des Holzes wieder stark genug wird, um das Schiff über die Wasseroberfläche zu heben.
Dass die Holländer durch den Bau kleiner und schneller Schiffe einen großen Anteil der Transporte per Schiff bewältigten, machte es wahrscheinlich, dass an solchen Schiffen noch die holländische Flagge zu sehen war…

Der Kraken ist ein riesiges Meeresungeheuer aus der norwegischen Mythologie, das Schiffe angreift und mit in die Tiefe zieht. Der Legende nach ist der Kraken halb Riesenkrabbe, halb Tintenfisch. Das Wort Kraken kommt von „Krake“, einem Wort, das kranke Tiere oder etwas Hinterhältiges beschreibt. In dem englischen Wort „crook“ für Betrüger lebt der Wortstamm auch heute noch weiter.

Jede dieser drei Legenden beinhaltet Schrecken für die Seefahrt. Die Kombination der Legenden ist wahrlich ein seemännischer Alptraum…

Dieser Bericht erschien ursprünglich bei SF-Radio.net.

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