Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gedacht: Pirates of the Caribbean – Der Film zum Disneyland-Fahrgeschäft

      1. Der Bericht zum Anhören, gesprochen von Ralf Pappers


Foto: Tammy Green (verwendet unter cc-by-sa-2.0)

Foto: Tammy Green (verwendet unter cc-by-sa-2.0)

Wie kommt man im 21. Jahrhundert dazu, einen Film über Piraten zu drehen? Auf den ersten Blick klingt das ein wenig weit hergeholt – und in der Tat ist die Inspirationsquelle der Filmemacher ein wenig ungewöhnlich: Die Idee zum Film „Pirates of the Caribean“ stammt vom gleichnamigen Ride in Disneyland…

Ein Besuch bei den karibischen Piraten scheint also einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Schließlich ließ sich auch Monkey Island-Erfinder Ron Gilbert davon zu seinem Adventure-Hit inspirieren. Was also verbirgt sich hinter dem Fahrgeschäft?

„Pirates of the Caribean“ war Ende der 50er ursprünglich als Wachsfigurenkabinett geplant, durch das man durchlaufen sollte. Was am 18 März 1967 dann eröffnet wurde war jedoch wesentlich aufwändiger: Nicht weniger als die bis heute größte Audio-Animatronics-Installation wurde erschaffen. Gleichzeitig war dies das letzte Disneyland-Projekt, an dem Walt Disney vor seinem Tod persönlich beteiligt war.

Die Bootsreise der Besucher beginnt in einem Sumpf mit quakenden Fröschen. Sie geht vorbei an Hausbooten in der friedlichen Natur – bis plötzlich ein sprechender Toten auf einem Torbogen die Bootsinsassen vor den drohenden Gefahren warnt.

Die Reise geht einen Wasserfall hinunter in ein Höhlensystem, das von Piratenskeletten bevölkert wird. Wenig später gerät das Boot in eine Schlacht zwischen einem Piratenschiff und einem Fort. Das dahinterliegende Dorf wird von den Piraten auf der Suche nach Rum und Schätzen überfallen. Die Besucher geraten vorbei an einem Gefängnis, in dem inhaftierte Piraten versuchen, einen Hund zur Herausgabe der Schlüssel zu überreden. Schließlich führt der Weg durch ein Waffenlager in eine Schatzkammer.

Dieser Ablauf des Pirates of the Caribean-Rides ist seit seiner Eröffnung im Wesentlichen gleich geblieben. Lediglich kleinere Überarbeitungen, wie die Entschärfung moralisch fragwürdiger Szenen oder das Verbessern der Spezialeffekte wurden vorgenommen.
Mit der Veröffentlichung von „Fluch der Karibik 2“ sind allerdings erstmals Elemente aus einem anderen Medium zurück in das Fahrgeschäft geflossen: Seit Mitte 2006 sind nun auch Figuren von Jack Sparrow und Hector Barbossa Teil der Installation. Für zusätzlichen Schrecken sorgt eine Projektion von Davy Jones auf einer Wasserwand, durch die die Besucher hindurchfahren müssen.

Dadurch werden das Fahrgeschäft und die Filmreihe noch stärker miteinander verzahnt. Wir dürfen gespannt sein, welche Elemente sich zukünftig noch ändern werden – und welche neuen Medien noch ihre Inspiration aus „Pirates of the Caribean“ ziehen werden.

Dieser Bericht erschien ursprünglich bei SF-Radio.net.

Flattr this!

Tags: ,


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

Zuletzt gedacht

Kategorien