Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gedacht: Indiana Jones, Fluch der Karibik & Co – Die Rückkehr der B-Movies

      1. Der Bericht zum Anhören, gesprochen von Ralf Pappers


In den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhundert war das Kino die beliebteste Unterhaltungsform. Das Fernsehen hatte noch keinen Einzug in die Haushalte gehalten. Viele Menschen genossen es, ihre Alltagsprobleme bei einem Film zu vergessen. Doch nach 2 Stunden war meistens schon alles vorbei. Was sollte man mit einem solchen angebrochenen Abend anfangen? Ganz einfach: Noch einen Film ansehen. Die so genannten „Double Features“ wurden populär, zwei Filme an einem Abend hintereinander. Die Filmindustrie hatte allerdings schnell ihre Probleme, die benötigte Anzahl von Filmen zu produzieren. Man griff daher zu dem Trick, nur einen der beiden Filme mit „normalem“ Budget zu produzieren und den zweiten Film in weniger Zeit, mit weniger Geld und weniger bekannten Schauspielern umzusetzen. Für diese beiden Arten von Filmen setzte sich die Bezeichnung A-Movie und B-Movie durch, wobei B-Movie für den billiger proudzierten Film stand.
Eine billigere Produktion hatte allerdings nicht nur Nachteile. Zwar mussten an Kulissen und Kontinuität oft Abstriche gemacht werden, aber das mit dem schmalen Budget verbundene geringere Risiko ermöglichte es den Filmemachern, auch unkonventionellere Stoffe auf die Leinwand zu bringen. Besonders in den 50er Jahren wurden so eine Unzahl von trashigen Fantasy- und Horrorstreifen gedreht, in denen oft wagemutige Helden mystische Abenteuer erlebten, auf Zombies, Mumien und andere Ungeheuer trafen oder mit Aliens aus dem All in Kontakt traten.
Dann jedoch erlebte das Fernsehen seinen Durchbruch und kostengünstige Unterhaltung lies sich viel einfacher in Serie produzieren. Die Ära der B-Movies neigte sich ihrem Ende zu.

Trotz – oder gerade wegen – der oft mangelhaften Umsetzung haben die Filme jedoch bis heute einen nicht kleinen Fankreis. Aufgrund ihrer unkonventionellen Inhalte haben sie ihren ganz eigenen Charme und das geringe Budget sorgte teilweise für unfreiwillige Komik. Eine Ikone des B-Movie-Fandoms ist der Regisseur Ed Wood, dessen Film „Plan 9 From Outer Space“ allgemein als schlechtester Film aller Zeiten gesehen wird – und vielleicht gerade deshalb so viele Fans hat.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten veränderte sich das Kino. Spätestens der Erfolg von Star Wars zeigte schließlich, dass fiktionale und unkonventionell erzählte Geschichten auch weiterhin ihren Platz im Kino haben können. Bald folgten mit der Indiana Jones-Reihe neue und sehr erfolgreiche Filme über einen stereotypen Helden, der mystische Abenteuer im Kampf von Gut gegen Böse erlebt – ganz in der Tradition eines Alan Quatermain. Mit „Die Mumie“ erlebte sogar ein B-Movie aus dem Jahr 1932 ein Big-Budget-Remake, dessen Erfolg das Original bei weitem übertraf und sogar zwei Fortsetzungen nach sich zog. Und im Jahr 2003 folgte dann mit „Fluch der Karibik“ ein Film um Piraten, Seefahrt, Abenteuer, Heldentum und mystischen Monstern. Diese Filme sind zwar alle mit großem Budget und aufwändigen Spezialeffekten produziert worden, aber die Handlung beinhaltet zahlreiche Remniszenen an die Ära der B-Movies.

Die Zeit der B-Movies ist vorbei, aber ihr Geist ist erhalten geblieben. Sie sind nicht verschwunden – sondern sie sind mitten unter uns.

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