Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gesehen: Kasten! – Bernd das Brot auf den Spuren von Cube

      1. Der Bericht zum Anhören


200 Tonnen Stahlbeton, ein Raum ohne Fenster und Türen und drei Freunde: Chili, Briegel und Bernd. Willkommen im Kasten!

Die drei wachen eines Tages inmitten eines unwirklichen Raums auf und haben keine Ahnung, was passiert ist – und dem Geheimnis auf die Spur zu kommen ist alles andere als einfach. Briegels Untersuchungen lösen eine Falle aus, der die drei nur knapp entkommen können, Chilis Stunt-Erfahrung führt auch zu keinem Ergebnis – und Bernd ist deprimiert. Wie immer. Mist.

Die Situation scheint aussichtslos zu sein, Hunger macht sich bemerkbar und die psychische Belastung führt zu immer heftigeren Streitereien. Doch dann entsteht ein kühner Plan, der nur einem irren Schaf und einem bekloppten Busch einfallen kann – schließlich sind die beiden Experten für alle Arten von Explosionen…

Die Frage aller Fragen aber bleibt: Was hat das alles zu bedeuten? Ob da vielleicht Briegels Erzfeind Dr. Frank Stein dahinter steckt?

Kasten! ist endlich mal ein Charakterstück für Chili das Schaf, Briegel den Busch und Bernd das Brot. Diesmal reisen die drei nicht an entfernte Orte, sondern in die Abgründe ihrer Seele. Alles ergibt keinen Sinn, rätselhafte Klopfzeichen bringen auch keine neuen Erkenntnisse und schließlich fangen Briegel und Bernd sich dermaßen zu streiten an, dass sogar Chili traurig wird.
Doch trotz allem können die drei sich blind aufeinander verlassen. Dies wird sehr schön deutlich, als sie sich bei einer von Briegels Untersuchungen ausgelösten Katastrophe nacheinander gegenseitig retten.

Die ganze Handlung ist eindeutig vom Mystery-Thriller „Cube“ inspiriert, in dem eine Gruppe von Leidensgenossen von einem würfelförmigen Raum zum anderen klettert, dabei den verschiedensten Fallen ausweichen muss und ebenfalls mit der zunehmenden Verzweiflung fertig werden muss.

Neben der Referenz auf Cube hat „Kasten“ auch einen ganz praktischen Nebeneffekt: Das von den anderen Berndivents stark in Mitleidenschaft gezogene Budget konnte durch die geringe Zahl der Handlungsorte geschont werden. Die Kulissen sind naturgemäß sehr spartanisch, doch dies hat dem Film gut getan und wird durch die dichte Handlung problemlos wieder wett gemacht, die diesmal die Gaststars wirklich nur Gäste sein lässt und sich ganz auf die Beziehung der drei konzentriert.
Durch die düstere Beleuchtung wird der beklemmende Eindruck gut verstärkt und auch die Musik trägt ihren Teil zur Atmosphäre bei. Schön ist auch, dass man Chili, Briegel und Bernd endlich mal öfter vollständig von Kopf bis Fuß sieht – ein Highlight ist hier sicherlich die Szene, in der Briegel sich an der Deckenlampe hochzieht und bei der Bewegung von Armen und Kopf weit und breit kein Puppenspieler zu sehen ist.

Kasten! legt die Messlatte für die kommenden Berndivents ein gutes Stück höher. Wollen wir hoffen, dass auch bei abwechslungsreichen Handlungsorten die charakterliche Tiefe erhalten bleibt.

Dieser Bericht erschien ursprünglich bei SF-Radio.net.

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