Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gespielt: Vega Strike – Weltraum-Action als Open Source

      1. Der Bericht zum Anhören


Den Anfang machten ein harmloser Raumschiffkapitän und sein Streben, zur Elite zu gehören. Das Spiel „Elite“ aus dem Jahr 1984 war wohl die erste große 3d-Weltraum-Simulation und begründete damit ein ganzes Genre. Die Älteren unter uns werden sich noch an so manche durchgespielte Nacht erinnern, in der Piraten und böse Thargoiden gejagt wurden, blühender Handel so manchen Credit in die Kassen spülte und das eigene Raumschiff vom Landecomputer zu den Klängen des Donauwalzers auf der Raumstation eingeparkt wurde.

Seitdem hat sich viel getan: Die einfachen Strichgrafiken der alten Tage sind wunderschönen 3d-Welten gewichen und Spiele wie „Privateer“, „X – Beyond the Frontier“ und „Freelancer“ haben das Genre in neue Höhen geführt.

Auch die Gemeinde der Hobby-Entwickler war nicht untätig.
Das Spiel „Vega Strike“ z.B. lehnt sich recht nahe an den Klassiker an, bietet aber noch einiges mehr und orientiert sich dabei an „Frontier: Elite 2“.
Man beginnt mit einem kleinen Schiff der Wayfarer-Klasse und einigen Credits in der Tasche. Damit kann man sich erstmal innerhalb des Sonnensystems umsehen, andere Planeten und Basen anfliegen und in das lukrative Handelsgeschäft einsteigen – so lohnt es sich z.B. Nahrungsmittel zu einer Erzmine zu fliegen und das Erz zu kaufkräftigen Planeten. Hat man genügend Geld verdient, dann sollte man sich einen Hyperraum-Antrieb leisten, mit dem man an speziellen Sprungpunkten zu in andere Sonnensysteme reisen kann.
Auf jedem Planeten und jeder Basis gibt es neben der Frachtbörse auch noch viele andere Gelegenheiten, sein Geld anzulegen oder zu Geld zu kommen: Man kann sein – am Anfang noch recht schwaches – Schiff aufrüsten, man kann Aufträge zur Frachtbeförderung, zur Kopfgeldjagd und ähnliches annehmen und das Gespräch mit anderen Raumfahrern in der Bar suchen.
Natürlich steht einem auch der Weg des Piraten offen – dann wird man auf Welten der Konföderation aber nicht mehr sonderlich gern gesehen sein.
Die 3D-Grafik kann mit aktuellen kommerziellen Titeln nicht ganz mithalten, ist aber für ein freies Projekt sehr beachtlich. Neben dem Standard-Set sind auch viele Mods in Entwicklung, z.B. für Star Wars, Star Trek, Babylon 5 und das Wing Commander Universum.
Die Steuerung des Schiffs ist recht gut gelungen – sowohl mit Tastatur als auch mit Maus und Joystick kann man sein Schiff schnell in die gewünschte Richtung lenken. Für die Bedienung der weiteren Funktionen muss man sich jedoch viele Tastatur-Shortcuts merken – und gerade in der Windows-Version macht das so einige Probleme. Anscheinend benutzt das Spiel unabhängig von der Systemeinstellung immer die englische Tastatur – für deutsche Spieler kann das zu leichten Problemen führen.
Aus den Lautsprechern tönen vielfältige Soundeffekte und es gibt für alle möglichen Spielsituationen ausgezeichnete Musik – nur in der Windows-Version gibt’s leider wieder Probleme mit dem Abspielen des Soundstracks.
Die Hoffnung ist jedoch noch nicht verloren: Vega Strike befindet sich noch stark in der Entwicklung, der aktuelle Stand ist Version 0.4.2, sodass sicher noch viele Verbesserungen zu erwarten sind. Eine dieser Verbesserungen ist z.B. der angekündigte Netzwerkmodus.
Aber auch in der jetzt vorliegenden Version macht das Spiel schon viel Spaß und es gibt sehr viel zu entdecken.
„Vega Strike“ gibt es in Versionen für Windows, Mac OS X und Linux und kann unter vegastrike.sf.net heruntergeladen werden.

Na dann – steigt in Euer Raumschiff und geht dorthin, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist…

Dieser Bericht erschien ursprünglich bei SF-Radio.net.

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