Dennis Pauler

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Gespielt: Day of the Tentacle – verrückter Zeitreise-Adventure-Klassiker mit schrägem Humor

Willkommen zur Klassiker-Woche! In dieser Woche stelle ich Euch einige Spiele-Klassiker vor, die auch heute noch einen Blick wert sind. Den Anfang macht der LucasArts-Adventure-Klassiker „Day of the Tentacle“ aus dem Jahr 1993.

Wissenschaftler haben’s schwer: Kaum ein Mensch hat Verständnis für die Bedürfnisse eines Genies. Außerdem sorgen schief gelaufene Experimente immer wieder für Ärger. Dabei ist Dr. Fred Edison eigentlich leidgeprüft: Gerade einmal 5 Jahre ist es her, dass ein schleimiger Meteor aus dem All ihn in seine Gewalt gebracht hatte. Zum Glück konnten dessen Welteroberungspläne dank der tatkräftigen Unterstützung dreier Jugendlicher vereitelt werden – und so kann sich Dr. Fred wieder ganz seinen eigenen Forschungen widmen.

Purpur Tentakel will die Welt erobern

Purpur Tentakel will die Welt erobern

Doch kein Frieden ist von Dauer. Als seine beiden Haustiere – intelligente Tentakelwesen, die er selbst erschaffen hat – am Fluss spazieren gehen, kommt es zu einem Wendepunkt der Menschheitsgeschichte. Purpur, das agressivere der beiden Tentakel, trinkt aus dem mit chemischen Abfällen verseuchten Fluss. Er mutiert daraufhin zu einem verrückten Genie und will die Welt erobern. Um dies zu verhindern fesselt Dr. Fred die beiden Tentakel, aber Purpur kann entkommen. Bernard Bernoulli, der schon beim Kampf gegen den Metor mitgeholfen hatte, ist dabei nicht ganz unbeteiligt. Und so liegt es an ihm und seinen zwei WG-Mitbewohnern Hoagie und Laverne, die Welt mit einem genialen Plan zu retten: Die drei reisen mit Hilfe einer von Dr. Fred erfundenen Zeitmaschine ins Gestern, um zu verhindern, dass der Fluss überhaupt erst verseucht wird.

Aber der Plan geht schief. Die Zeitmaschine geht zu Bruch, Bernhard bleibt in der Gegenwart, Hoagie strandet 200 Jahre in der Vergangenheit und Laverne landet in einer Zukunft, in der die Tentakel über die Menschen herrschen.
Es gibt also viel zu tun:

  1. Zeitmaschine reparieren
  2. Die beiden in der Zeit Verschollenen zurück in die Gegenwart bringen
  3. Purpur Tentakel aufhalten und die Welt retten

Zurück zum Tollhaus!

Auch Schwester Edna aus dem Vorgänger "Maniac Mansion" ist wieder mit dabei.

Auch Schwester Edna aus dem Vorgänger "Maniac Mansion" ist wieder mit dabei.

Der LucasArts-Klassiker „Day of the Tentacle“ aus dem Jahr 1993 spinnt die Geschichte aus dem Vorgänger „Maniac Mansion“ von 1987 gekonnt weiter und zieht die Wahnsinnsschraube dabei noch einige Umdrehungen fester an. An allen Ecken trifft man auf skurilen Humor, der den Spieler so manches Mal mit überraschenden Wendungen erst verwirrt und dann herzhaft lachen lässt. Die Zeitreisegeschichte bietet Platz für viele schräge Rätsel, die aber meist einer inneren Logik treu bleiben. Kleines Beispiel gefällig?
In der Zukunft hängt Laverne in einem Baum fest, aus dem sie sich nicht aus eigener Kraft befreien kann. Wie bekommt man sie dort nur runter? Des Rätsels Lösung: Man sorgt in der Vergangenheit dafür, dass der Baum dort nicht mehr steht, indem man ihn abholzen lässt. Freunde der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie werden hier besonderen Spaß daran haben, ihr Gehirn vierdimensional zu verbiegen.
Hoagie steckt in der Gründerzeit fest

Hoagie steckt in der Gründerzeit fest

Die Rettung der Menschheit vor den Tentakeln wird als interaktiver Cartoon präsentiert. Figuren und Hintergründe sind im schrägen Comicstil gehalten und die Welt reagiert nach den Regeln klassischer Trickfilme. Akustisch untermalt wird das Ganze von abwechslungsreicher Musik, genretypischen Soundeffekten und komplett synchronisierter Sprache.
Zur Steuerung kommt das klassische SCUMM-System zum Einsatz – hier letztmalig mit Verbleiste. Mit Hilfe von kurzen Sätzen wie „Öffne Tür“ oder „Benutze Hamster mit Mikrowelle“ führt man so die drei Zeitreisenden problemlos zum Ziel.

Fazit

Laverne strandet in einer Zukunft, in der die Tentakel die Macht übernomen haben

Laverne strandet in einer Zukunft, in der die Tentakel die Macht übernomen haben

„Day of the Tentacle“ bietet für alle Freunde leicht verrückten Humors stundenlangen Spielspaß. Auch wenn die Grafik einige Ecken und Kanten nicht verbergen kann, so versetzt einen das Spiel doch glaubwürdig in die Cartoon-Welt um das Haus der Edisons. Auch wenn sich der Schauplatz einmal mehr auf dieses Haus beschränkt – wenngleich diesmal auch in drei verschiedenen Zeitebenen – so bietet das Spiel doch viel Abwechslung und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Kenner des Vorgängers erwartet ein Wiedersehen mit der ganzen Edison-Familie – inklusive der Mumie Ted, die diesmal eine zentrale Rolle spielt. Aber auch Neulinge werden an der Familie viel Freude haben, zumal dank ScummVM inzwischen so gut wie jede Plattform unterstützt wird.
Also, worauf wartet Ihr? Welt retten, Marsch, Marsch!

weitere Informationen zum Spiel
Titel Day of the Tentacle
Genre Adventure
Entwickler LucasArts
Publisher LucasArts
Release 1993
USK ab 12 Jahren
Getestete Plattform PC

Amazon.de „Day of the Tentacle“ bestellen
http „ScummVM“ herunterladen
http Die Komplettlösung zu „Day of the Tentacle“
http „Let’s Play Day of the Tentacle“ mit Gronkh

 

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