Dennis Pauler

Medien. Wirtschaft 2.0. Und mehr.

Gesehen: Star Trek Into Darkness – moderner, actionreicher SF-Film mit augenzwinkernden Déjà-Vu-Momenten

James T. Kirk ist am Boden zerstört. Nachdem er bei seiner letzten Mission die Regeln einmal zu oft gebrochen hatte, war die Sternenflotte ist nicht mehr gewillt, seine Eigenmächtigkeiten hinzunehmen. Er verliert das Kommando über die Enterprise und wird zum Commander degradiert. Dass es für ihn nicht noch viel schlimmer kam, hat er seinem Mentor Christopher Pikes zu verdanken. Dieser glaubt nach wie vor an Kirks Potential und erreichte mit seiner Fürsprache, dass Kirk in der Sternenflotte bleiben darf. Das in Rekordzeit erworbene Kapitänspatent ist jedoch dahin und Pike übernimmt wieder die Rolle des Captains der Enterprise.
Gerade als Kirk den Dienst an Bord er Enterprise als Pikes erster Offizier wieder antreten will, kommt es auf der Erde zu schweren terroristischen Angriffen. Kirk beweist seine Besonnenheit und seinen Einfallsreichtum, kann aber nicht verhindern, dass der Attentäter – ein Ex-Sternenflottenagent namens John Harrison – entkommt. Er erhält daraufhin das Kommando über die Enterprise zurück und wird auf eine delikate Mission geschickt: Er soll den Attentäter verfolgen und ausschalten. Doch Harrison hält sich auf Kronos, dem Heimatplaneten der Klingonen versteckt. Wird es Kirk schaffen, den Flüchtling zu stellen, ohne gegen seine Prinzipien zu verstoßen und einen ohne einen Krieg zu provozieren? Und wer ist dieser John Harrison eigentlich wirklich, was will er und warum soll er ohne ordentliches Verfahren eliminiert werden?

Das neue Star Trek geht in die zweite Runde. Und wie der erste Teil von JJ Abrams’ Reboot polarisiert auch “Into Darkness”. Der Film ist unterhaltsam und kurzweilig, hält bis auf wenige Ausnahmen ein bemerkenswertes Tempo und präsentiert das Franchise in prächtigen, beeindruckenden Bildern. Dabei enthält “Into Darkness” so viel Handlung, dass man trotz Überlänge das Gefühl nicht los wird, an vielen Stellen nur oberflächlich am Inhalt gekratzt zu haben. Im “alten” Star Trek hätte man mit dem gleichen Stoff sicher mindestens zwei Filme produziert und sich dafür mit den einzelnen Handlungselementen mehr Zeit gelassen.
Es ist insbesondere dieses für moderne Genrefilme üblich gewordene Tempo, das auf der einen Seite viele Menschen ins Kino zieht, auf der anderen Seite aber Altfans mitunter irritiert. Dabei hätte insbesondere der Anfang des Films auch Teil einer klassischen Serienfolge sein können und auch im Verlauf des Films wird mit Referenzen und augenzwinkernden Déjà-Vu-Momenten nicht gegeizt. Inhaltlich bewegt sich “Into Darkness” tief in den Spuren seiner Vorgänger: James “Die oberste Direktive ist mir doch sowas von egal” Kirk hat man bereits in der Original-Serie mit fliegenden Fäusten erleben können, das Thema Terror wurde insbesondere in der dritten Staffel von “Enterprise” intensiv verarbeitet und Sternenflottenoffiziere, die für das Wohl der Menschen über Leichen gehen kennen wir bereits aus “Der Aufstand”. Und so ist es insbesondere die temporeiche, verkürzende Inszenierung, die für Irritationen sorgt.
Auch unabhängig von der Story schießt diese das eine oder andere Mal über das Ziel hinaus. Manche Szenen scheinen nur der Spezialeffekte wegen in den Film aufgenommen worden zu sein, manche Szenen verwirren durch Hektik, überbordende Lens-Flares oder irritierende Dunkelheit. Schade insbesondere, dass man von den neuen Klingonen aufgrund der prekären Lichtverhältnisse nur wenig erkennen kann. Auch die 3D-Konvertierung hätte man sich getrost sparen können, denn man sieht dem Film sehr eindeutig an, dass er für 2D inszeniert wurde.
Alles in allem bleibt ein Film, mit dem man einen spannenden und kurzweiligen Abend erleben kann – vorausgesetzt, dass man ihn nicht ständig mit dem Roddenberry/Berman-Star Trek vergleicht. Es gibt zwar nach wie vor das eine oder andere Plotholes, sie sind aber deutlich weniger zahlreich als noch im Vorgänger. Auch beim alten Star Trek hat man schon deutlich schlechtere Geschichten gesehen (“Wozu braucht Gott ein Raumschiff?!”).

Star Trek-Neueinsteiger und insbesondere Altfans, die offen für Änderungen am klassischen Star Trek-Kanon sind, werden trotz der einen oder anderen Schwäche großen Spaß an “Into Darkness” haben. Wer schon den Vorgänger aus dem Jahr 2009 nicht leiden konnte, der dürfte aber auch an der Fortsetzung keine Freude haben.

Meine persönliche Empfehlung: Gebt dem neuen Star Trek eine Chance – schlimmer als “Nemesis” kann es nicht werden. :-)

SF-Radio-Feature 'Das neue Star Trek und seine Auswirkungen' hören 

 

weitere Informationen zum Film
Titel Star Trek Into Darkness
Genre Science Fiction
Drehbuch Alex Kurtzman, Roberto Orci, Damon Lindelof
Regie J. J. Abrams
Studio Paramount Pictures
Veröffentlichung 9. Mai 2013

www Die offizielle Website zum Film
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